Der Prix de l’Académie de Berlin 2017 geht an den Historiker Etienne François

In seinen Publikationen, in seiner administrativen Tätigkeit und in seinen öffentlichen Interventionen hat Etienne François die deutsch-französischen Debatten entscheidend geprägt. Von 1979 bis 1986 leitete er die Mission historique in Göttingen und war nach Professuren in Nancy, Stuttgart und Paris von 1992 bis 1999 Direktor am Centre Marc Bloch en Sciences Sociales in Berlin, bevor er den Frankreich-Zentren erst der Technischen und dann der Freien Universität entscheidende Impulse gab.

Etienne François hat über zwei deutsche Städte – Augsburg und Koblenz – eindrucksvolle Monographien geschrieben, es gibt keinen Aspekt der deutsch-französischen Beziehungen zu dem er nicht publiziert hat, wobei seine Beiträge zur deutsch-französischen Erinnerungskultur einen besonderen Platz einnehmen.

Im September hat er zusammen mit Thomas Serrier einen großen Band zur europäischen Gedächtniskultur mit dem Titel Europa – notre histoire herausgegeben. Etienne François hat auch dadurch große politische Weitsicht bewiesen, dass er sich stets für eine Erweiterung der deutsch-französischen Beziehungen durch die Einbeziehung Polens eingesetzt hat. Die Académie de Berlin ehrt einen Franzosen von Geburt, einen Deutschen aus Sympathie, einen Europäer aus Überzeugung.